Beatbox-Grundlagen
Boots and Cats – der Beat, mit dem alle anfangen
Sag „boots and cats and boots and cats“ laut vor dich hin und werd schneller. Das ist es. Das ist Beatboxing.
Es klingt zu einfach, um wahr zu sein – und genau deshalb funktioniert es. In diesen vier Wörtern stecken die drei Sounds, aus denen fast jeder Beat der Welt gebaut ist: eine Kick Drum, eine Hi-Hat und eine Snare. Die Wortfolge macht dabei die schwierige Arbeit für dich: Sie bringt die Sounds in die richtige Reihenfolge und in den richtigen Rhythmus, bevor du überhaupt weißt, was du tust.
Was „boots and cats“ bedeutet
| Wort | Wird zu | Am Schlagzeug |
|---|---|---|
| Boots | B + ts | Kick Drum + Hi-Hat |
| And | trägt den Rhythmus | – |
| Cats | K + ts | Snare + Hi-Hat |
| And | trägt den Rhythmus | – |
Der Beat, den du damit spielst, ist B – ts – K – ts. Kick, Hi-Hat, Snare, Hi-Hat. Das ist das Rückgrat von so gut wie jedem HipHop-, Pop- und Rocksong, den du je gehört hast. Und du hast ihn gerade gelernt, indem du zwei Wörter gesagt hast.

Die drei Sounds, einer nach dem anderen
Die Kick Drum – B
Drück das B so kräftig heraus, wie du kannst. Nicht „be“ – nur das B. Forme die Lippen leicht wie beim Duckface: etwas geschürzt und angespannt. Beim B löst sich die Spannung auf einen Schlag, wie eine kleine Explosion. Roll die Lippen nicht nach innen, das nimmt dem Sound die Kraft. Ein Test, der funktioniert: Leg dir ein Papierschnipsel auf die Unterlippe und versuch, es mit dem B wegzupusten. Bewegt es sich, hast du genug Druck. Wenn es nicht kommt, hilf dir mit Vokalen: „Buh, Bah, Beh“ – und lass den Vokal dann weg.
Die Hi-Hat – ts
Heb die Zungenspitze und leg sie direkt hinter die oberen Schneidezähne. Jetzt ein kurzes, scharfes ts. Scharf ist der ganze Punkt – ein weiches ts verschwindet im Beat. Wenn die Kante fehlt, sprich ein hartes „Z“ wie in „Zeit“ und behalte nur das Zischen. Hältst du das s länger, wird daraus eine offene Hi-Hat: tsss. Kurz abgeschnitten ist es die geschlossene: ts.
Die Snare – K
Sag „Ka“ mit Druck. Dann „Key“. Dann lass den Vokal weg und behalte nur das K, kurz und hart. Das ist die freundlichste Snare im Beatboxing, deshalb fängt jeder damit an. Später ersetzt du sie durch bessere – aber nicht heute.
Zusammensetzen
Sprich die Wortfolge langsam, viermal: boots and cats and boots and cats and. Jetzt ersetzt du die Wörter durch die Sounds, immer noch langsam: B – ts – K – ts | B – ts – K – ts. Bleib langsam. Langsam und sauber schlägt schnell und schlampig jedes Mal – und langsam baut genau die Muskelerinnerung auf, die schnell später möglich macht.
Drei Dinge, die schiefgehen
Der Beat wird von allein schneller
Das passiert fast allen. Spiel zu einem Metronom bei 80 BPM oder zu einem Lied, das du magst. Dein Ohr rastet schneller ein als dein Mund.
Dir geht die Luft aus
Du atmest bei jedem Sound aus. Atme in den Lücken durch die Nase ein – das „and“ in der Wortfolge ist genau die Stelle dafür.
Deine Kick ist zu leise
Das ist kein Technikproblem, sondern ein Muskelproblem. Die Muskeln rund um deinen Mund haben das noch nie gemacht. Nach ein paar Wochen kurzer täglicher Übung wird der Sound von allein besser.
Was nach „boots and cats“ kommt
Sobald der Beat von allein läuft, ist der nächste Schritt ein zweiter Beat – denn erst der Wechsel zwischen zwei Beats macht aus Rhythmus Musik. Genau das deckt unser kostenloser Kurs ab: zehn Videolektionen, ohne Anmeldung.